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48 Kehren und das Wunder vom Stilfserjoch

June 1, 2016


 

 

Letztes Wochenende ging es für 2 Tage ins schöne Südtirol nach Schlanders - ein perfekter Ausgangspunkt für jede Menge tolle Radtouren und Höhenmeter..:-). Der Goldene Löwe mitten in Schlanders - eine tolle radlerfreundliche Pension mit hervorragender Küche - war unser Ausgangspunkt,wo wir Alpecingirl Sabrina vom aktuellen Jahr und ihre radverrückte Freundin Rici trafen...;-).. Für Freitag hatte sie das legendäre Stilfser Joch mit seinen 48 Kehren geplant. Im Radio hörten wir aber schon, dass es gesperrt sei. Die Wirtin sagte auch etwas von Lawine und wir waren uns etwas unsicher, ob wir nun Richtung Prad fahren sollten oder nicht. Die Pass-Schilder waren anscheinend auch geteilter Meinung. Welche sagten, der Pass wäre geschlossen, welche sagten er wäre geöffnet. Wir versuchten es. Denn alle wollten heute diesen Pass bezwingen. Das letzte Schild vor der Auffahrt leuchtete grün - "geöffnet". Es ging ein Freudenschrei durch die Runde und nichts konnte uns mehr halten. OK, ausser der Anstieg natürlich..;-). Wir kamen am ersten Kehrenschild Nr. 48 vorbei. Ob ich mir das richtig überlegt hatte? Noch 47 Kehren. Los gings. Wir radelten so dahin. Mal war es etwas flacher, dann wieder eine Rampe. Aber alles in allem angenehm zu fahren. Ich fing an zu zählen. In Kehre 26 saßen zwei Radler und teilen uns in einem undefinierbaren Dialekt mit, dass ab Kehre 24 gesperrt sei - Lawinenabgang. Innerlich jubelte mein Schweinehund, nachdem ich mir schon 2 Stunden bergauf den Arsch platt gesessen hatte. Aber ich wollte das Ding auch packen und das meiste war ja auch schon geschafft. Ich fuhr weiter...Kehre 25...24...nix....23...22...und da kam mir plötzlich Sabrina entgegengerollt...und brachte uns die Hiobsbotschaft...Sperrung ab Franzenshöhe ..Eine fette Schranke, ein orangenes Lawinenfahrzeug und ein knallorangener Aufpasser versperrten uns die letzten 7 km zum Stilfserjoch....war jetzt die Plagerei echt umsonst?  Oh wie geil, ich muss nicht mehr weiterfahren...Ach kacke, bis oben ist's  ja gar nicht mehr soweit...das alles ging mir durch den Kopf...wir machten Kaffeepäuschen an der Franzenshöhe...Unmengen an Radlern und Motorradfahrern taten das gleiche..wir warteten auf ein Wunder..!!!..Wir überlegten hin und her was wir machen und welche Alternativrouten wir heute noch fahren könnten...und dann geschah es...das Wunder...Der organgene Typ war plötzlich weg und es entwickelte sich eine mir unerklärliche Eigendynamik. Wie die Lemminge wuselten plötzlich alle Radfahrer herum, schnappten ihr Rad und schlängelten sich durch die Absperrung. Wir schauten uns an und hüpften hinterher...;-)..es warteten 7 km autofreie Lawinenzone auf uns - waaaaaas für ein Abenteuer..;-))..ich strampelte und hatte jedes Gefühl für die Zeit verloren, wahrscheinlich saß mir die einfach nur die Angst im Nacken von einer Lawine erschlagen zu werden..2 km vorm Ziel wär es dann fast um mich geschehen....ok..es war nur ein kleiner Schneerutsch, der 5 Sekunden hinter mir runterging..da geht einem schon der Stift..;-)...oben angekommen stand wieder dieses orangene monströse Lawinenfahrzeug und sperrte die Straße von oben ab.

Nach einer kurzen Stärkung mit einem Vinschgauer und obligatorischer Photopause ging es über meinen Lieblings-Umbrail runter nach Santa Maria und flach heim nach Schlanders. Bei gutem Essen und Wein und einem Abstecher zu den Trail-Days in Latsch ließen wir den Abend ausklingen. Ein rundum gelungener Radltag - manchmal geschehen eben noch Wunder..man muss nur dran glauben!!..;-).. 

 

 

 

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