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Reizüberflutung und der Tuktuk Stammtisch @Phnom Penh, Kambodscha

January 18, 2017

Vorgestern stand ganz im Zeichen der Geschichte Kambodschas. Wir besuchten eines der bekanntesten „Killing Fields“ in der Nähe von Phnom Penh. In den 70ern waren die Khmer Rouge an der Macht, brachten tausende von Kambodschanern um und vergruben sie in Massengräber. Während einer einstündigen geführten Tour eines Local Guide berichtete er über die Massaker, die damals stattgefunden haben. In einem riesigen Turm sind Schädel in die Höhe gestapelt, die dort in dem „Killing field“ gefunden wurden.

 

Es herrscht eine komische und gedrückte Stimmung, als wir auf den angelegten Wegen durch die Felder zwischen den Massengräbern entlang gehen. Teilweise sieht man noch Knochen und Stoffreste. Bis vor einem Jahr gab es noch keine angelegten Wege und es konnte sein, dass man direkt über die Knochen lief, die hier und da weiß herausschienen. Aufgrund der Beschwerde von vielen Touristen wurden dann Wege angelegt. 

 

 

Danach fuhren wir zurück nach Phnom Penh und besuchten das Tuol Sleng Museum, das damals als Sicherheitsgefängnis S 21 unter dem Regime der Khmer diente. 

Unser Guide erzählte uns in einer einstündigen Tour, unter welchen menschenverachtenden Umständen die Gefangenen gehalten wurden. In vier großen Gebäuden gab es einzelnen größere Räume, wo VIP-Gefangene untergebracht wurden. Möbliert waren die Räume mit einem Gitterbett, einem Stuhl, einem Tisch und einem kleinen Blechcontainer, der als Klo diente. Nichts für schwache Nerven. Die normalen Gefangenen wurden in größeren Räumen untergebracht, die durch einfache geziegelte Mauern in kleine Kabinen mit vielleicht 1 x 2 Metern unterteilt waren.

 

Dort wurde gegessen, geschlafen, geduscht und sein Geschäft in der Blechdose verrichtet. Die Duschaktion fand alle 2 Wochen statt, indem die Wärter mit dem Gartenschlauch rumgingen und jeden Insassen abspritzten. Bis die Kabine und die Leinenhosen wieder  trocken waren verging eine lange zeit, in der die Insassen meistens stehen mussten, damit die meist aufgescheuerte Haut vom Liegen auf dem nackten Steinboden, sich nicht weiter entzündete. 

Die Frauen waren im ersten Stock untergebracht und hatten keine einzelnen Kabinen. Dafür aber einen Raum, der als Toilette benutzt werden konnte. 

Zwei der Überlebenden aus diesem Gefängnis waren tatsächlich vor Ort und man konnte ihnen Fragen stellen. Sie verkaufen Bücher von sich, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. 

 

Nach diesem doch sehr emotionalen Vormittag hatten wir den Rest des Tagen zur freien Verfügung . Wir entschieden uns für einen Stadtbummel durch Phnom Penh, nachdem wir uns kurz auf dem Schiff frisch gemacht hatten. Gefühlt benötigt man hier stündlich eine Dusche..:-). 

Wir liefen 3 oder 4 Stunden durch die Straßen und konnten unheimliche viele Eindrücke von den Locals sammeln. Der Local Market war nichts für schwache Mägen..:-). Er war überdacht und von aussen mit Blech etwas von der Umwelt abgeschirmt. Wir wagten uns trotzdem rein und eine Wand von Gerüchen bäumte sich vor uns auf. Eine beißende Kombination aus vergammelndem Fleisch, Fisch, Meeresfrüchten, Gewürzen, exotischen Früchten und duftenden Blumen (wenn man nah genug ranging..:-)…) und Unbekanntem stieg mir in die Nase. Dazu mischte sich etwas Angstschweiß.

 

Wir liefen die engen Gassen entlang und bei jedem Schritt gaben meine Flip Flops flatschende Geräusche von sich, weil der Weg eine einzige matschige Masse war. Mofas drängelten sich zwischen den Menschen durch und machten sich Platz. Ich sprang jedes Mal freiwillig zur Seite und war froh, als ich am anderen Ende des Marktes nahe dem Ausgang wieder Frischluft schnupperte..:-).. 

Weiter ging es zum Königspalast, einem wirklich königlichen Prunkbau mit einem öffentlichen großen Platz davor. Die Einheimischen und gefühlt 10.000 Tauben, die man dort füttern konnte, tummelten sich dort. Ich kann das schwierig beschreiben. Aber es verlieh dem Palast eine unheimliche Leichtigkeit und Fröhlichkeit. Kleine Kinder rannten über die Wiesen und spielten mit den Tauben - alles war wuselig und doch war die Stimmung so friedlich und der Platz strahlte eine gewisse Ruhe aus. Herrlich. 

 

 

Entlang der Riverside liefen wir zurück an Bord. Geschäfte, Spa’s, Bars reihten sich wie eine Perlenkette aneinander. 

 

Zurück auf dem Boot durften wir eine traditionelle Tanzshow kleiner Jungs und Mädchen miterleben. In traditionellen Kostümen tanzten sie uns Liebesgeschichten und eine hinduistische Mythologie vor. Ganz typisch ist der Tanz mit halben Kokossnussschalen. 

 

Nach der Tanzaufführung auf der Suche nach einem einheimischen Restaurant verschlug es uns in eine Seitengasse ins Lyngoun Restaurant. Es saßen nur Einheimische draussen. Das war ein gutes Zeichen..:-). Ein Tisch war auch noch frei also wagten wir uns an das Experiment…:-). 

Die Karte war teilweise in Englisch, die Verständigung etwas schwierig, aber mit Händen und Füßen konnten wir dann erklären, was wir alle essen wollten. 

Einer bestellt eine „kleine“ Beef Soup und damit fing ein unvergesslicher Abend an, den wir o schnell nicht vergessen werden..:-). 

 

Eine Lady kam mit einem kleinen Wagen und jeder Menge Grünzeug an. 

Ein kleiner Kocher wurde auf unseren Tisch gestellt und im Nu wurde die Suppe vor Ort und live zubereitet. Brühe, war die Grundlage und dann kamen Meat Balls, etwas undefinierbares, Unmengen von grünen Kräutern, Rindfleisch und Ei in die Brühe, bis die Schale fast überlief. Nur zu Info - wir haben zu viert an der Suppe gegessen und sie nicht geschafft, ganz aufzuessen. 

 

Das Grandiose war, dass die Suppe je länger sie vor sich hin köchelte, umso besser schmeckt. Best Beef Coup ever. 

Dazu durfte natürlich ein GERMAN PREMIUM GANZBERG Bier nicht fehlen. Sobald unsere Gläser nur noch viertelvoll waren, wurde fleissig nachgeschenkt. Bestellen konnten wir immer sixpackweise in roten Schalen. Die wurden am Tisch stehen gelassen und gleichzeitig zum zählen verwendet..:-).

 

 

Am Tisch nebenan saß anscheinend der TukTuk Stammtisch von Phnom Penh..:-).. 3 Männer, die natürlich Cambodian Bier tranken. Im Laufe des Abends kamen wir nach und nach ins Gespräch und endeten an ihrem Tisch…:-). Einer der drei TUKTUK-Fahrer konnte gut englisch und wir erzählten, lachten und scherzten bis in die Nacht hinein. Bei den anderen kamen wieder Hände und Füße zum Einsatz, was wunderbar funktioniert. 6 rote Schalen später hatte ich meinen ersten richtigen kambodschanischen Facebook-Freund..:-). Kurz vor 24 Uhr und als letzte Gäste verließen wird dann das Restaurant und unser neuer TUKTUK Freund fuhr uns zu unserem Boot. 

Spontanparty’s sind die besten - das war mal wieder ein gutes Beispiel.

 

IMPRESSIONEN

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